Eröffnet wurde die Konzertreihe Folkpack im Mai 1999 mit einem ausverkauften Konzert des englischen Duos ‚Show of Hands‘, das damals in Deutschland noch nahezu unbekannt war.

Zu den Künstlern, die seitdem in der Reihe gastierten, gehören die englischen Singer-Songwriter Chris While & Julie Matthews, Mike Silver, Anna Ryder, Paul Millns, Jez Lowe, Michael Chapman, Julian Dawson, der Waliser Martyn Joseph, die Irin Heidi Talbot und ihr Landsmann Kieran Goss. Die legendären englischen Folkrock-Bands ‚Albion Band‘ und 'Plainsong' gaben jeweils eines ihrer letzten Konzerte überhaupt in Lüdenscheid, die Folkrock-Bands 'Fotheringay' und 'Home Service' ihre einzigen Deutschlandkonzerte nach Jahrzehnten. ‚Portmeirion‘ wurde über Jahre zur Hausband des Folkpacks. Julie Fowlis flog exklusiv mit ihrer Band aus Schottland ein, ebenso die All-Star-Band Drever / McCusker / Woomble, Karine Polwart und die unvergleichliche Eddi Reader. Ebenfalls für ein einziges Konzert kamen Lùnasa aus Irland angereist.

Aus Los Angeles kamen die ‚Milk Carton Kids‘ und Kristina Olsen. Iain Matthews brachte den New Yorker Songwriter Elliott Murphy mit und ein anderes Mal das niederländische ‚Searing Quartet‘. Der New Yorker Eric Bibb öffnete mit einem unvergessenen Abend dem Folkpack die Türen des Kulturhauses und das großartige Berliner Folkensemble ‚17 Hippies‘ ließ 600 Besucher in den Reihen des Theatersaals tanzen. 'Ausverkauft' hieß es erstmals bei der umjubelten Rückkehr von Julie Fowlis im November 2012.

 

PORTMEIRION (11. Juni 2017)

Einen wunderbaren Start in das Folkpack 2017 erlebten 160 Besucher im Bühnensaal des Kulturhauses, der bereits Tage im Voraus ausverkauft war. ‚Portmeirion bietet zauberhafte Melodien, die unter die Haut gehen‘ titelten die LÜDENSCHEIDER NACHRICHTEN später. ‚Folk vom Feinsten „Made in Lüdenscheid“‘ hieß die Überschrift auf WORTEFFEKTE und ‚Ausverkauftes Konzert der Band Portmeirion hielt, was es versprach‘ auf TACH.

 

Hier die ersten Fotos - mit herzlichem Dank an Björn Othlinghaus und Daniel Scharf:

JOHN McCUSKER BAND (27. November 2016)

“Never work with children or animals" soll der Komödiant W.C. Fields einmal gesagt haben. John McCusker und Heidi Talbot haben sich nicht an diese alte Showbusiness-Weisheit gehalten und ihre Tochter Molly Mae auf die Bühne geholt, um gemeinsam mit ihrer Mutter zu singen. Beinahe hätte die Sechsjährige den Großen dabei die Show gestohlen. Aber nur beinahe, denn McCusker, seine fantastische Band - Innes White (Gitarre), Toby Shaer (Whistles und Fiddle) und Padruig Morrison (Akkordeon) - und Heidi Talbot begeisterten im gut besuchten Kulturhaus mit kunstvoll arrangierter und virtuos gespielter Folkmusik und entließen die glücklichen Besucher in die sternenklare Lüdenscheider Nacht.

 

Almut Kückelhaus hat eine sehr treffende Kritik auf 'Celtic-Rock.de' veröffentlicht.  

 

Ein herzlicher Dank für die nachfolgenden Fotos geht an Rolf Rutzen.

FOTHERINGAY (23. September 2016)

Ein unvergessliches Konzert mit der zeitlos-schönen Musik von Fotheringay erlebten 350 begeisterte Besucher aus ganz Deutschland am 23. September. 'Overwhelmed‘, überwältigt waren die Musiker selbst, die mit einer solchen Reaktion nicht gerechnet hatten. Am nächsten Morgen sind sie beseelt zu ihrem zweiten Europa-Konzert in der Nähe von Amsterdam aufgebrochen.

 

Zum zweiten Mal in diesem Jahr  berichten die Ruhr-Nachrichten über ein Konzert der Folkpack-Reihe. Im Beitrag von Max Kühlem heißt es: „Die englische Folkrock-Band Fotheringay existierte nur zwei Jahre und ein reguläres Album lang - zwischen 1969 und 1971. Welchen Legendenstatus sie hatte, zeigte die riesige Begeisterung im Kulturhaus Lüdenscheid, wo sie - neu formiert - ein großartiges Konzert spielte … Zwei Sängerinnen aus der nächsten Folk-Generation, Sally Barker und Kathryn Roberts teilen sich gekonnt Sandy Dennys Parts … Gitarrist PJ Wright und das verbliebene Rhythmus-Duo tun alles, den unvergleichlichen, warmen, genuin britischen Folkrock-Sound aufleben zu lassen … Dass Fotheringays Traditional-Bearbeitung "Banks of the Nile" oder Sandy Dennys "It'll take a long time" überhaupt noch mal originalgetreu aufgeführt werden, ist ein unschätzbarer Wert dieses Abends. Sie leben vom extrem musikalischen Spiel aller Mitglieder ..."

 

Björn Othlinghaus berichtet in ‚Außergewöhnlicher Auftritt‘ in den Lüdenscheider Nachrichten über das Konzert, das den ‚Glanz dieses legendären Folk-Albums‘ wiederspiegelt, hebt den ‚betörenden Duett-Gesang‘ der beiden Frontfrauen hervor und Kathryn Roberts‘ ‚magisch-mystisches Flötenspiel‘.  

 

Nachfolgend einige großartige Fotos, die uns freundlicherweise Rolf Rutzen zur Verfügung gestellt hat: 

 

Eine 'Get-well-soon'- Karte mit unzähligen Unterschriften, die am Abend gesammelt wurden, ging an Jerry Donahue, Fotheringay-Gründungsmitglied und Initiator der Neugründung, der nach einem Schlaganfall einige Wochen zuvor nicht dabei sein konnte und der am nächsten Tag seinen 70. Geburtstag feierte.

KIERAN GOSS (5. März 2016)

Sechs Jahre nach seinem umjubelten Folkpack-Debut 2010 bereitete der irische Singer-Songwriter Kieran Goss bei seinem zweiten Lüdenscheider Konzert 350 glücklichen Besuchern einen wunderbar-entspannten musikalischen Abend. Höhepunkte waren die gemeinsamen Songs mit seiner Ehefrau Annie Kinsella.

Björn Othlinghaus berichtet darüber auf worteffekte.de, die nachfolgenden Fotos hat uns freundlicherweise Folker-Hausfotograf Ingo Nordhofen zur Verfügung gestellt.

THE MILK CARTON KIDS (20. Jan. 2016)

Wunderbarer Konzertabend mit den MILK CARTON KIDS, die mit über 500 Besuchern der Konzertreihe Folkpack und dem Kulturhaus Lüdenscheid ein um Haaresbreite ausverkauftes Haus bescherten.

 

Reine Magie‘ titeln die RUHR NACHRICHTEN auf der Seite ‚Aus aller Welt‘ zwischen ABBA-Reunion und neuentdecktem Himmelskörper und berichten aus Lüdenscheid, das gar nicht zum Verbreitungsgebiet gehört: „Was für ein Coup! Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren blickt die Folk-Welt nach Lüdenscheid: Es ist tatsächlich noch einmal gelungen, The Milk Carton Kids zu einem Auftritt im dortigen Kulturhaus zu bewegen. (…) Ihre Musik ist von der ersten Sekunde an reine Magie: Die absolute Reduktion auf betörend reine Harmonie-Gesänge und fein gezupftes Gitarrenspiel lässt den Folk-Purismus des New Yorker Greenwich Village der frühen 60er-Jahre lebendig werden. (…) Die Menschen im ausverkauften Haus hängen bei Songs wie ‚Monterey‘ oder ‚Shooting Shadows‘ an den Lippen ihrer Idole, lachen über ihre schrägen Gags.“ Das Zusammenspiel von Kenneth Pattengale und Joey Ryan, schreibt Max Florian Kühlem, erreiche dabei „einen so hohen Grad an Perfektion, wie man ihn selten erlebt.

 

In der Kritik von Björn Othlinghaus in den LÜDENSCHEIDER NACHRICHTEN heißt es über die „unprätentiösen, oft mit zauberhafter Melancholie versehenen Songs“: „Nicht nur die facettenreichen Stimmen, auch das gemeinsame Gitarrenspiel der beiden, bei dem sich der Klang der Instrumente kunstvoll zu einem homogenen Ganzen verzahnt, macht den Reiz der Musik des Duos aus. Auf besondere Weise kam dies zum Beispiel in ‚Years Gone By‘ zum Tragen. Den Mittelpunkt des Songs bildet ein technisch eindrucksvoll gespielter Gitarrenpart. Auch bei ‚Memphis‘ steigert der Gitarrenpart unaufhaltsam die Emotionalität des Stückes, während die Musiker die ‚Geisterstadt Graceland‘ besingen. (…) Großartig gestaltete sich schließlich auch der einzige Cover-Song, den das Duo im Repertoire hat: 'Wish You Were Here' von Pink Floyd.

 

Ingo Nordhofen, Fotograf und Bildredakteur unseres Medienpartners, des Musikmagazins ‚Folker‘, hat uns freundlicherweise Fotos zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!

IAIN MATTHEWS & EGBERT DERIX (6. Sept. 2015)

Foto von Björn Othlinghaus
Foto von Björn Othlinghaus

ERSTKLASSIGER KONZERTABEND

Stehende Ovationen für Iain Matthews und Egbert Derix

Kritik von Björn Othlinghaus in den LÜDENSCHEIDER NACHRICHTEN

(8.9.2015)

 

Iain Matthews gehört zu den einflussreichsten und kreativsten Sängern und Songwritern unserer Zeit. Bekannt wurde er durch seine mit der Band „Matthews Southern Comfort“ arrangierte Version des weltbekannten Songs „Woodstock“ von Joni Mitchell, mit der er einen echten Nummer-1-Hit landete. Beim „Folk Pack“ des Kulturvereins „Kalle“ ist Matthews der Künstler, der die meisten Gigs innerhalb der Konzertreihe vorweisen kann. Am Sonntag war er bereits zum sechsten Mal zu Gast.

 

Mehr als 40 Alben produzierte Iain Matthews im Laufe seiner langen Karriere, einige der besten gemeinsam mit dem niederländischen Pianisten Egbert Derix, mit dem er bereits seit zehn Jahren gemeinsam auf der Bühne steht. Der Musiker, der bereits mit Rock-Größen wie Marillion oder dem Supertramp-Saxophonisten John Helliwell auftrat, fügt den vielseitigen Songs von Iain Matthews, die sich ohnehin nicht auf ein musikalisches Genre reduzieren lassen, noch zahlreiche Elemente aus dem Jazz-, Rock- und Popbereich hinzu.

 

Ohnehin steht die Musik des Briten Iain Matthews nicht vornehmlich in der Tradition seines Heimatlandes, sondern weist eher US-amerikanische Wurzeln auf. Dabei sind seine Songs zwar einprägsam und leicht zugänglich, jedoch deshalb nicht weniger komplex und facettenreich. Im Kulturhaus präsentierte der Sänger und Songwriter, fabelhaft unterstützt vom Pianist Derix, die große Bandbreite seines Schaffens. Bei dem bluesigen „The Frame“ handelt es sich zum Beispiel um einen älteren Song von Matthews’ Solo-Album „Hit And Run“ aus dem Jahr 1976, der die intensive, facettenreiche Stimme des Musikers gut zur Geltung bringt. Von „In the Now“, dem aktuellen Longplayer des Duos Matthew/Derix, stammten besonders viele Songs des Abends, zum Beispiel das atmosphärische „Buddha Dials Your Number“ oder der jazzige, fast schon ein wenig experimentell wirkende „When The Floyd Were On The Prawl“. Ebenfalls von diesem aktuellen Album der beiden: das ebenso anrührende wie intensive und komplex arrangierte „Restless Wings“, das einen der Höhepunkte des Konzertabends darstellte.

 

Immer wieder sorgte das spritzige, agile Klavierspiel von Egbert Derix für Funken sprühende Höhepunkte, unter anderem bei dem fröhlichen Midtempo-Werk „Man In The Station“ von Matthews 78er-Album „Stealin’ Home“. Melancholisch oder gar schwermütig wurde es an diesem Abend nur selten, höchstens vielleicht bei „The Letter (1944)“, einem epischen Song von Matthews 2014-er Solo-Scheibe „The Art of Obscurity“, der auf dem Brief eines später gefallenen Soldaten an seine Frau aus dem Jahr 1944 basiert. Als „meine Version von ‘My Way’“ bezeichnete Iain Matthews schließlich die gefühlvolle Ballade „Pebbles In The Road“ vom gleichen Album, wie die meisten seiner Songs nuancenreich instrumentiert und interpretiert sowie intensiv und emotional dargeboten. Als Zugabe präsentierten die beiden Musiker ihrem begeisterten Publikum, das sie mit stehenden Ovationen bedachte, den Nummer-1-Hit „Woodstock“, der ebenso facettenreich daherkam wie nahezu alle Beiträge dieses erstklassigen Konzertabends.

PORTMEIRION (21. Juni 2015)

PORTMEIRION, Juni 2015, Foto von Björn Othlinghaus

Portmeirion, mit den Initiatoren des Folkpacks in den eigenen Reihen ‚Hausband‘ der Konzertreihe, begeisterte mit einem ausverkauften Konzert, das wetterbedingt von der Waldbühne in den Bühnensaal des Kulturhauses verlegt werden musste.

Ein groß(artig)er Bericht von Björn Othlinghaus mit wunderbaren Fotos und dem ersten Video der Bandgeschichte findet sich auf www.worteffekte.de. Mit herzlichem Dank an den Autor und Fotografen!

EDDI READER (7. Februar 2015)

Nie zuvor in ihrer dreißigjährigen Karriere hat Eddi Reader unter eigenem Namen ein ‚Club-Konzert‘ in Deutschland gegeben. Ihr erstes am Samstagabend in Lüdenscheid wurde zu einem Triumph.

Mit grandioser Stimme und unvergleichlicher Bühnenpräsenz verzauberte sie weit mehr als zwei Stunden lang hunderte Musikliebhaber aus ganz Deutschland.

Kongenial begleitet wurde sie dabei von drei großartigen Begleitmusikern: dem Sänger, Songwriter und Gitarristen Boo Hewerdine, dem Akkordeon-Virtuosen Alan Kelly und Kevin McGuire am Kontrabass.

Der Fotograf Rolf Rutzen hat die Atmosphäre im Kulturhaus wunderbar eingefangen. 

 

KARINE POLWART (29. November 2014)

Mit einem traumhaft schönen Konzert ging die 16. Staffel der Konzertreihe am Samstagabend zu Ende. Fast 400 Besucher erlebten beim ersten und einzigen Deutschlandkonzert von Karine Polwart seit vielen Jahren, wie faszinierend Folkmusik sein kann, wenn sie weniger auf Bewahrung als auf musikalische Offenheit und Kreativität setzt und mit so viel Seele und Leidenschaft präsentiert wird "Die mal melancholischen, mal heiteren Geschichten, die die Musikerin in ihren Songs erzählt und die sie über den Abend sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache oft ausführlich kommentierte, kleidet sie in zauberhafte Melodien, die für eine besondere Atmosphäre sorgen." hieß es im Bericht von Björn Othlinghaus in den LÜDENSCHEIDER NACHRICHTEN.


In Ulrich Joosten schrieb im FOLKER 1.15 über den Abend: "Karine Polwarts poetische Lieder sind zu Lyrik geschmolzene Emotionen. Politische Aussage und historischen Inhalt verbindet die studierte Politikwissenschaftlerin und Philosophin zu hochaktuellen, unter die Haut gehenden Texten, zu Liedern mit Essenz und Nachhall. ... Schließlich entlässt sie nach einem bemerkenswerten Konzert ihr Publikum in bester Stimmung und mit singenden Herzen in die Samstagnacht. Hoffentlich lässt die Ausnahmekünstlerin ihre Fans nicht erneut acht lange Jahre auf ein Konzert warten."

 

Eine weitere, sehr treffende Kritik unserer Folk(pack)freundin Almut Kückelhaus findet sich auf www.celtic-rock.de

 

Auch diesmal hat uns Rolf Rutzen freundlicherweise wieder einige seiner wunderbaren Fotos zur Verfügung gestellt.

MARTYN JOSEPH (27. September 2014)

Großartige Fotos - freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Rolf Rutzen - von einem großartigen Konzert im Kulturhaus.

 

MARTYN JOSEPH, September 2014, Foto von Rolf Rutzen
MARTYN JOSEPH, September 2014, Foto von Rolf Rutzen

THE MILK CARTON KIDS (7. Februar 2014)

Das Konzert am 7. Februar war das erste in der Geschichte der Milk Carton Kids mit einem Kostümwechsel und ein sagenhafter Start in die 16. Staffel der Konzertreihe Folkpack. Mit 500 Besuchern gehört das Konzert des Singer-Songwriter-Duos aus Los Angeles zu den bestbesuchten der Reihe - musikalisch war es zweifellos ein Höhepunkt. Hier einige Rückmeldungen von Besuchern sowie Fotos von Björn Othlinghaus (LÜDENSCHEIDER NACHRICHTEN).

 

"Wieder mal ein Folk-Konzert mit Klasse - wie es in der Reihe Folkpack auch nicht anders zu erwarten ist. Jedes Konzert ist ein Genuss für Folk-Freunde."

(Patricia J.)

 

"Ein wunderbarer Abend mit den Milk Carton Kids. Musik vom allerfeinsten. Ein großes Lob an das Folkpack-Team. Dankeschön!!!"

(Joachim St.)

 

"Danke für diesen wunderbaren Abend in Lüdenscheid. Ich habe lange nicht mehr ein so bewegendes Konzert erlebt."

(Ekkehard R.)

 

"Der gestrige Abend im Kulturhaus war wieder einzigartig. Es bereitete einfach Freude, die Milk Carton Kids an diesem Abend zu sehen und zu hören. Danke an die Musiker und ... Folkpack."

(Theo & Ulla S.)

 

 "Vielen Dank für das großartige Konzert der 'Milk Carton Kids'. Die Anreise aus Frankfurt hat sich gelohnt. Die Jungs sind in Amerika unglaublich viel unterwegs und wir hoffen, dass wir sie im nächsten Jahr wieder in Deutschland sehen und hören können. Bitte setzt alles dafür in Bewegung!!!"

(Andrea und Mick L.)

THE MILK CARTON KIDS, Februar 2014, Foto von Björn Othlinghaus
THE MILK CARTON KIDS, Februar 2014, Foto von Björn Othlinghaus

HEIDI TALBOT & Band (1. Dezember 2013)

Einen traumhaften Abschluss des Folkpack-Jahres durften 400 begeisterte Besucher am 1. Adventssonntag im Kulturhaus erleben. Nachfolgend die Kritik von Björn Othlinghaus (LÜDENSCHEIDER NACHRICHTEN vom 4.12.2013)

"Mehr als 400 Folkfans von nah und fern kamen am Wochenende ins Kulturhaus, um ein weiteres Spitzenkonzert aus der Reihe „Folkpack“ des Kulturvereins „Kalle“ zu hören. Organisator Markus Scheidtweiler hatte mit der Musikerin Heidi Talbot eine der renommiertesten irischen Singer-Songwriterinnen nach Lüdenscheid eingeladen, die zudem mit einer hochklassigen Band auf der Bühne stand. Neben ihrem Ehemann, dem Multi-Instrumentalisten und Produzenten John McCusker, der bereits mit Stars wie Mark Knopfler, Paul Weller, Paolo Nutini und der Band „Ocean Colour Scene“ zusammenarbeitete oder auf der Bühne stand, ergänzten Ian Carr (Gitarre) und Andy Culting (Akkordeon) das Quartett. Heidi Talbot ist, wie viele Musiker im Folk-Bereich, eher eine Befürworterin der leisen Töne. Hin und wieder erklangen zwar auch jene schwungvollen und lebensfrohen Tunes und Reels, die zum Tanzen anregen, doch wenn es temperamentvoll wird, lässt die Sängerin meist lieber ihre Musiker machen und tritt selbst in den Hintergrund. Wenn die Irin dagegen die Gitarre in die Hand nimmt und ans Mikrofon tritt, erzählt sie in ihren Liedern am liebsten Geschichten voller Dramatik und Tragik, die am Ende nicht gut ausgehen. Dennoch hat sie zwischen den Songs oft jene ironischen und augenzwinkernden Geschichten auf Lager, die man am Lagerfeuer oder auf Folk-Konzerten gerne hört. Sie erzählen vom teilweise skurrilen Musikerleben, wo mitten in der Nacht noch Kartoffelchips auf dem Klo eines billigen Hotels gefuttert werden oder über ihren deutschen Vornamen, den sie bekam, weil sie in Deutschland gezeugt wurde. Auf der Setliste des Abends standen einige Songs aus dem aktuellen Album „Angels without Wings“, das in diesem Jahr erschienen ist. „The Loneliest“ zum Beispiel ist einer jener „sad songs“, die Heidi Talbot mehr liebt als die heiteren Töne. Nicht selten erklingt die seidige Stimme der Irin minutenlang zur Fiddle von John McCusker, die gemeinsam mit Andy Cuttings Akkordeon einen betörenden Klangteppich erzeugt. Zwischendurch gibt es immer wieder Tunes und Reels, die ohne Gesang auskommen und für Tempo innerhalb des bisweilen sehr andächtigen Abends sorgten. Heiterer und beschwingter wurde es in der zweiten Konzerthälfte, zum Beispiel mit „Bedlam Boys“ aus dem Album „In Love and Light“, ein schwungvoller, typisch irischer Song. Gute Laune verbreitete auch das Finale des zweiten Sets, wo die Musiker unter anderem zwei Stücke aus dem Album „The last Star“ von 2010 präsentieren. Der Sea-Shanty „Sally Brown“ regte zum mitsingen an. Bei der letzten Zugabe ließ Heidi Talbot den Abend allerdings mit einem ihrer stillen Werke, „At the end of the day“, vom Last-Star-Album ausklingen. Noch einmal schwebte dabei ihre samtene, klare Stimme zu puristischen Gitarrenklängen durch den Raum."

 

 

CHRIS WHILE & JULIE MATTHEWS (22. Juni 2013)

"Wow wow wow, what an amazing night in Ludenschied, we'll be flying high on this one for a long time to come."

"This is one of the finest venues, loveliest audiences and most dedicated, enthusiastic, supportive, generous promoters you'll find anywhere, let alone in Germany. A truly memorable night - thank you Ludensheid, Kulturhaus and Markus. Looking forward to coming back" Chris and Julie

Folk-Musikerinnen, die auch brisanten Themen nicht aus dem Weg gehen

Chris While und Julie Matthews singen im Kulturhaus über mangelnden Respekt für die Feuerwehrleute des 11. September / Fröhliches und nahbares Duo

(von Björn Othlinghaus, LÜDENSCHEIDER NACHRICHTEN, 25.6.2013)

"Das ‚Kalle Folkpack‘ geht 2013 ins 15. Jahr, und die Musikerinnen Chris While und Julie Matthews sind seit den frühen Tagen immer wieder dabei. Vor zwölf Jahren stellt Folkpack-Organisator Markus Scheidtweiler das erste Konzert des in ihrer Nordenglischen Heimat sehr erfolgreichen Duos auf die Beine und sorgte damals zugleich für den ersten Gig der beiden in Deutschland. Auch das Konzert im Theatersaal des Kulturhauses, ebenfalls im Rahman des ‚Folkpack‘, war ein deutschlandweit exklusiver Auftritt. Die Musikerinnen waren eigens für den Gig nach Deutschland gereist und nahmen dafür, nach eigenem Bekunden, auch Übergepäckprobleme am Flughafen wegen ihrer vielen Instrumente in Kauf. So kamen aufgrund der Exklusivität des Auftrittes einmal mehr auch zahlreiche Folkfans aus weiter entfernten Orten Deutschlands ins Kulturhaus.

Die Songs der beiden Singer-Songwriter und Multiinstrumentalisten sind zwar einerseits stark in der Heimat der Musikerinnen verwurzelt, weisen jedoch auch starke stilistische Einflüsse aus der US-amerikanischen Szene auf. Mitdtempo-Stücke, die zum Mitsingen anregen, wechseln sich ab mit traditionellen Country-Songs sowie extrem langsamen, melancholischen und schwermütigen Werken, die mit stillen, ergreifenden Momenten emotionale Spannung erzeugen. Nach dem Midtempo-Song ‚Welcome to your life‘ begrüßten die Musikerinnen ihre Fans auf Deutsch mit einem vergnügten „Guten Morgen Lüdenscheid, wie geht’s?“

Einen der Höhepunkte des Programms stellte zweifellos die Ballade ‚Nie wieder‘ dar, die While und Matthews im Rahmen eines Projektes für die Olympischen Spiele 2012 in London schrieben und die die Teilnahme einer jüdischen Sportlerin bei der Olympiade 1936 in Nazi-Deutschland thematisiert. Hier zeigte sich eindrucksvoll, dass die Musikerinnen nicht nur Unterhaltung und Frohsinn bringen wollen (wobei auch das zu ihren Konzerten dazugehört), sondern sich nicht scheuen, brisante und sperrige Themen anzusprechen. Ähnliche Ambitionen traten im zweiten Set des Konzertes im Rahmen des Songs ‚Inconvenient Hero‘ zutage, in dem Matthews ihrem Ärger über mangelnden Respekt und Unterstützung für die Feuerwehrleute des 11. September Luft machte. Später ehrte das Duo dagegen eine Freundin, die im Alter von 36 Jahren an Krebs verstarb, mit einem weiteren Werk voller schlichter, unprätentiöser Emotion.

Doch das Duo ließ auch die fröhlichen Momente niemals außer Acht und zeigte immer wieder, wie authentisch es den lässigen Country-Sound amerikanischer Prägung adaptieren kann. Konsumenten seichter Musikunterhaltung sind bei Chris While und Julie Matthews dennoch an der falschen Adresse. Wer jedoch den Damen, ihrer Musik und den Geschichten, die sie zu erzählen haben, Aufmerksamkeit schenkt, erlebt einen künstlerisch wie inhaltlich bereichernden Abend. Den hatten offensichtlich auch die Zuhörer im Theatersaal, denn ohne zwei Zugaben, darunter eine bezaubernden Version des klassischen Country-Songs ‚‘Tennessee Waltz‘, den beide Musikerinnen gemeinsam zu Julie Matthews‘ Klavierklängen sangen, ließ das Publikum das Duo nicht gehen. Ein würdiger Abschluss eines für Freunde anspruchsvoller Folk-Musik überaus bereichernden Abends.“

 

"Wir lieben Lüdenscheid und die Menschen dort" - Das Interview mit Chris While im 'Lüdenscheider Boten' im Vorfeld des Konzertes:

Chris While Interview im Boten.pdf
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HOME SERVICE

Erstes und einziges Deutschlandkonzert der legendären englischen Folkrockband zum Start in die 15. Staffel der Konzertreihe Folkpack.

‚Papa Joe’s Polka‘ macht Lust auf mehr

Stehende Ovationen für die Veteranen der Folkmusik

Home Service garniert Konzert mit kleinen Geschichten

(von Björn Othlinghaus, LÜDENSCHEIDER NACHRICHTEN, 5.3.2013)

"Sie verzichteten fast ganz auf eine Bühnenshow und konzentrierten sich stattdessen auf die Musik. Und auf die unterhaltsamen Geschichten ihres Frontmannes, die sich nicht selten um dessen Deutschkenntnisse rankten: Am Samstag gaben sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚Folkpack‘ Veteranen des britischen Folk-Rock im Theatersaal des Kulturhauses die Ehre.

Die Formation ‚Home Service‘ wurde bereits Anfang der 80er-Jahre gegründet und stach schon damals durch eine dreiköpfige Bläser-Sektion mit einem ungewöhnlichen Sound aus der Masse der Folk-Interpreten hervor. Heute ist die Band nach einer mehr als 20 Jahre andauernden Trennung wieder vereint und bot den mehr als 300 Zuschauern einen exklusiven Deutschland-Gig. ‚Folkpack‘-Initiator Markus Scheidtweiler leitete mit diesem Konzert die 15. Staffel der ‚Folkpack-Reihe ein, deren Veranstaltungen zunächst in der ‚Alten Druckerei‘ stattfanden, bevor die geringe Kapazität der Location den Publikumsansturm nicht mehr fassen konnte.

Die Musiker - neben Frontmann John Tams (Gesang) wird die Formation durch Graeme Taylor (E-Gitarre), Jon Davie (Bass, Gesang), Andy Findon (Sax, Klarinette und Flutes), Steve King (Keyboard, Gesang), Michael Gregory (Schlagzeug, Percussion), Paul Archibald (Trompete, Flügelhorn), und Roger Williams (Posaune, Tuba) komplettiert - boten als Opener ‚Napoleon’s Grand March‘, ein Instrumentalstück. Tams, der neben seiner Musiker-Tätigkeit auch als Schauspieler erfolgreich ist, erzählte Geschichten wie die vom Besuch in einem deutschen Lokal, wo schnell mal ein trockener Wein bestellt und stattdessen drei Gläser süßen Weines geliefert wurde. Allerdings zog sich der eine oder andere Erzählpart ein wenig in die Länge, was den musikalischen Flow bisweilen ins Stocken brachte. Dennoch lieferte die Combo, die oft auch als Big Band des Folk bezeichnet wird, ein abwechslungsreiches Potpourri ab. Der Song ‚Alright Jack‘, der sich um den Umstand dreht, dass der Erfolgsverwöhnte auch tief fallen kann, bestach durch ein elegischen E-Gitarren-Solo von Graeme Taylor, der sich an diesem Abend zwar oft unauffällig auf der rechten Seite der Bühne versteckte, aber dennoch nicht selten für besondere musikalische Akzente sorgte. Beizeiten kamen sogar Freunde von Country-Klängen auf ihre Kosten, zum Beispiel bei dem ebenso lässigen wie eingängigen ‚Whole New Vision‘.

Die Einleitung des zweiten Konzertteiles übernahm Andy Findon mit einer kleinen, charmanten Sax-Einlage, bevor sich alle anderen Instrumentalisten zu ‚Papa Joe’s Polka‘ auf der Bühne einfanden. Dieses fröhliche Werk machte Lust auf mehr. In ‚Old Man’s Song‘ widmete sich die Band auf melancholische Weise, wieder garniert mit einem majestätischen und präzisen Gitarren-Part, dem Umstand, dass es hart ist, alt und vergesslich zu werden. Zwei miteinander verknüpfte Werke aus der Feder von Taylor, ‚Galliard‘ und ‚Brawl‘, stammten schließlich aus dem Musical ‚War Horse‘, das im Oktober im ‚Theater des Westens‘ in Berlin seine Premiere feiert und zu dem die Musiker von ‚Home Service‘, insbesondere John Tams, die Songs beisteuerten. In der britischen Version des Bühnenstückes is der vielseitige Tams nach eigenen Angaben auch als Schauspieler zu sehen. Natürlich legten die Musiker nach anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen mit ‚Parting Shot‘ auch noch eine hörenswerte Zugabe nach."

 

The Home Service in Lüdenscheid

(von Almut Kückelhaus, celtic-rock.de)

"Wer englischen Folkrock live in Reinkultur hören wollte, musste bisher zu den Festivals in Cambridge oder Cropredy fahren. Markus Scheidtweiler hat das getan – und The Home Service für ihren ersten Deutschlandauftritt nach Lüdenscheid geholt. Das Konzert am Samstag war denn auch ein bemerkenswertes, dem Anlass, 15 Jahre Folkpack, angemessen.

Neben Fairport Convention und Steeleye Span war in den Siebzigern die Albion Band stilbildende Avantgarde des Folkrock. Einige von deren Mitgliedern taten sich Anfang der Achtziger als The Home Service zusammen und fielen vor allem durch ihre Blechbläsersektion auf. Der Band war damals nur ein kurzes Dasein beschieden, sie zog aber in Großbritannien viel Lob und Aufmerksamkeit auf sich. Das 2011 angebahnte Comeback war über Erwarten erfolgreich. Dass sich die Acht überzeugen ließen, den ihnen bis dato unbekannten Ort im Sauerland anzusteuern, hing wohl nicht nur mit der Gage, sondern auch mit dem treuen Stammpublikum zusammen, das Scheidtweiler in seiner Einführung zu Recht als „aufgeschlossen für Neues“ lobte.

Neu war für deutsche Ohren die Zusammenarbeit eines Singer/Songwriters mit einer ausgewachsenen Rockband plus Bläsergruppe. Die einzelnen Titel waren bis ins Kleinste durcharrangiert. Es war ein Vergnügen, den gestandenen, vielseitigen Profis zuschauen und -hören zu dürfen, wobei Trompete und Posaune gegenüber Keyboard, Bass und Schlagzeug mehr im Vordergrund standen. Das Zusammenspiel war trotz längerer Auftrittspause perfekt. Mastermind und Frontmann ist Singer/Songwriter John Tams. Der 64-Jährige hat sich auf verschiedenen Feldern, besonders im Theaterbereich, einen Namen gemacht. Er liebt große Gesten und beeindruckte mit seiner unverkennbaren warmen, ausdrucksvollen Stimme. Seinen Stücken merkt man eine lange Beschäftigung mit traditionellen Songs an, sie sind einprägsam und melodisch, aber nie simpel. „Snow Falls“ oder „Alright Jack“ – das Mitsingen klappte nicht ganz so wie von ihm gewünscht, dafür waren die Texte zu wenig vertraut. Auch so entstand ein Gefühl der Verbundenheit.

Bei „Lincolnshire Posy“ hatte sich die Band eine Suite des Komponisten Percy Grainger vorgenommen, der einige englische Volkslieder verarbeitet hatte, und kleidete sie sehr effektvoll in ein Rock-Gewand. Gitarrist Graeme Taylor hatte sich als Mitglied von Gryphon (ebenfalls eine englische Folklegende) mit Mittelaltermusik beschäftigt. Er steuerte einen eigenen Set mit Galliarde und Branle bei. Taylors melodiöse Soli gehörten mit zu den Highlights des Abends. Gänsehaut erzeugen konnte der Abschluss des 1. Sets: „Die Moorsoldaten“ in der englischen Fassung „Peat Bog Soldiers“. Das Lied aus einem KZ in Kombination mit der instrumentalen „Battle Pavanne“ von T. Susato aus dem 16. Jhdt. spannte den Bogen über Jahrhunderte von Krieg und Ausbeutung.

John Tams ist offenbar ein historisch und politisch interessierter Mensch. Trotzdem vermied er es, sich einem Lager zuordnen zu lassen. „Don’t let ’em grind you down“ war die Botschaft eines Liedes. Die von Politikern gern verkündete „Whole New Vision“ kam denn auch eher als ironischer Spaß rüber. Mehrfach bezog er sich auf den ersten Weltkrieg und berichtete von seinem in dieser Zeit angesiedelten Theaterstück „War Horse“, das im Herbst in Berlin gezeigt wird.

Im 2. Set wurden den Instrumentalisten spannende Soli eingeräumt. Publikumsliebling war Andy Findon, der diverse Saxophone und Flöten bis hin zum Pikkolo einsetzte. Er spielte unbegleitet „The Lark Ascending“, die aufsteigende Lerche, von R. Vaughan Williams, einem weiteren englischen Komponisten, was ihm viel Beifall und Bewunderung eintrug. Die langsamen Stücke blieben in der Überzahl; das Material hatte einen deutlichen Hang zum Hymnischen. Stimmung wie bei einem Rockkonzert kam da nicht auf. Das Rock-Instrumentarium diente dazu, den schönen Melodien Wucht zu verleihen. Allenfalls der Walzer „Rose of Allendale“ oder „Papa Joe’s Polka“ ließen leicht mitwippen. Den bombastischen Schlusspunkt setzte „Babylon Falling“, ein Stück aus dem englischen Bürgerkrieg. Hier gab die Band noch einmal alles und ließ dissonant wie mit den Trompeten von Jericho krachend die Mauern einstürzen.

Die musikalischen Einflüsse waren zu zahlreich, um sie aufzuzählen. Klassik ist darunter, ebenso alle erdenklichen Arten von Blasmusik, von der Renaissance bis zu Big Band Jazz. Ein Außenstehender hätte als Oberbegriff vermutlich nicht auf „Folk Rock“ getippt. Anders als bei der Oysterband, die man der gleichen Generation zurechnen kann, ist Tanzbarkeit bei The Home Service kein Stilmerkmal. Es fehlte bei aller hohen Kunst etwas von der Körperlichkeit und Unmittelbarkeit des Rock. So war für mich musikhistorisch interessant, einige herausragende Protagonisten des Folkrock der Prä-Pogues-Ära zu erleben. Ihre Stärken im Songwriting, im Arrangieren und der gesamten Musikalität werden bleiben.

Die Musik war ein wenig lauter als in der Folk-Konzertreihe gewohnt, und die Tontechnik hatte bei den acht Musikern Mühe, an allen Stellen des Auditoriums einen ausgeglichenen Sound zu erreichen. Die Stimme konnte sich stellenweise nicht recht durchsetzen. Dennoch war es ein echtes Hörerlebnis. Auch die nicht wenigen Besucher, die eine längere Anfahrt in Kauf genommen hatten, werden den Weg nicht bereut haben. Das Publikum im gut besetzten, aber nicht ausverkauften Saal war spürbar beeindruckt und gewährte stehend den Schlussapplaus. John Tams bedankte sich wiederum für die freundliche Aufnahme."

 

JULIE FOWLIS & BAND

Zwischen Highlands und Hollywood - Folkstar Julie Fowlis im ausverkauften Kulturhaus

(von Monika Salzmann, WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU, 27.11.2012)

"Gälisch, eng mit dem Irischen verwandt, gehört zu den bedrohten Sprachen Europas. Immerhin: In Schottland, der Heimat von Folkstar Julie Fowlis, spricht noch 1,5% der Bevölkerung die alte keltische Sprache. In Julie Fowlis, die am Samstagabend im Rahmen der Folkpack-Reihe eines von nur zwei Deutschlandkonzerten auf der stilvoll hergerichteten Kulturhausbühne gab, lernten Folkfans aus nah und fern eine der charmantesten und prominentesten Botschafterinnen des Gälischen kennen.
Vor restlos ausverkauftem Haus verzauberte die bezaubernde Sängerin mit der warmen, glockenreinen Gänsehautstimme mit den archaischen, zeitlos schönen Liedern ihrer Heimat. Aus ganz Deutschland kamen Folkfans in die Bergstadt, um das umjubelte Konzert mit Julie Fowlis & Band mitzuerleben. „Zwischen  den Highlands und Hollywood hat sie’s noch nach Lüdenscheid geschafft“, scherzte Markus Scheidtweiler, Organisator der Reihe, der die Queen der schottischen Folkmusik - mit Standing Ovations und Jubelrufen überschwänglich gefeiert - bereits zum zweiten Mal nach Deutschland hatte locken können.  Hollywood, weil Fowlis maßgeblich an der Filmmusik des aktuellen Pixar-Animationsfilms ‚Merida - Legende der Highlands‘  beteiligt war. Sehr zur Freude von Scheidtweiler war erstmals ein Folkpack-Konzert des Kulturvereins Kalle schon Wochen vorher komplett  ausverkauft.

Nicht nur als Sängerin mit hinreißender, faszinierender Stimme und bemerkenswerter Bühnenpräsenz, auch als Flötistin begeisterte Julie Fowlis ihr Publikum.
Hoch virtuos zelebrierte sie ihr wieselflinkes, melodisches Whistle-Spiel, das von windzerzausten Inseln und malerischer Landschaft träumen ließ. Auf Englisch führte die charmante Musikerin, die ihrem Publikum drei Zusagen gönnte und das Konzert danach bedauernd  mit Fingerzeig auf ihre neuen (unbequemen) High Heels beendete, ihr Publikum an die Inhalte ihrer gälischen Lieder, die keiner verstand, heran. Von neuen Schuhen, sehnsüchtig auf ihre Männer wartenden Frauen, großen Gefühlen und kleinen Banalitäten des Alltags war darin die Rede. Sogar den Beatles-Song ‚Blackbird‘ kleidete die Schottin in ein keltisches Folkgewand. Mit Èamon Doorley (Bouzouki und Fiddle), Geiger Duncan Chisholm von der Gruppe ‚Wolfstone‘ und Tony Byrne (Gitarre) hatte Julie Fowlis einige der besten Folkmusiker Schottlands und Irlands an ihrer Seite.
Sehr dezent und einfühlsam unterlegten die drei Könner ihren gefühlvollen Gesang. Romantische, berührende Balladen, traditionelle gälische Weisen, Arbeitslieder und rhythmische, rasant galoppierende Instrumentalstücke, die immer wieder zum Mitklatschen einluden, gehörten zum breit gefächerten Repertoire. An den gälischen Zungenbrechern bissen sich die Zuhörer bei ‚einfachen Refrains‘ zum Mitsingen aufgefordert, allerding sichtlich amüsiert die Zähne aus. ‚Organaich uir a rinn m´fhagail‘ und so fort?"

Videos und Fotos vom Konzert im Kulturhaus Lüdenscheid am 24.11.12 

PLAINSONG

Mitten ins Herz – Plainsong macht Fans den Abschied schwer

(Kritik von Monika Salzmann in der WESTFÄLISCHEN RUNDSCHAU zum Konzert am 1.9.12)

"Mit dem Album „In Search of Amelia Earhart” feierte die legendäre britische Folkband „Plainsong“, die am Samstagabend im Rahmen ihrer Abschiedstournee eines ihrer handverlesenen Deutschland-Konzerte im Kulturhaus gab, vor 40 Jahren ihr Debüt. Ein Buch von Fred Goerner inspirierte die Band damals, sich musikalisch mit der traurigen Geschichte der verschollenen US-Pilotin und ihrem mysteriösen Verschwinden auseinanderzusetzen. Gleichsam zur „Pflichtlektüre“ der Folklegenden gehörten am Samstag die Songs, die sich mit der Frau, mit der für „Plainsong“ alles begann, beschäftigten. Wie damals, als der Band mit wunderbaren Liedern um die Heroine der Luftfahrt und ihr Mysterium ein einzigartiges Album gelang, trafen die Songs auch am Samstag mitten ins Herz. Vor nahezu voll besetzten Rängen machte die Allstar-Band, auf Einladung des Kulturvereins Kalle in Lüdenscheid zu Gast, ihren Fans in einem hinreißenden Konzert das Abschiednehmen schwer.

Im Rahmen der Konzertreihe Folkpack, die regelmäßig viele auswärtige Besucher anlockt, blickte die Band auf ihre - mit Unterbrechung - 40-jährige Erfolgsgeschichte zurück. „Hier wird heute Abend Folkrock-Musikgeschichte geschrieben“, dazu Markus Scheidtweiler (Kalle), der zu recht einen unvergesslichen Abend in Aussicht stellte.„Jeder Einzelne hätte das Zeug dazu“, spielte er auf die erfolgreichen Solokarrieren der beiden „Plainsong“- Gründungsmitglieder Iain Matthews und Andy Roberts wie die ihrer (später hinzugekommenen) Mitstreiter Julian Dawson und Mark Griffiths an.

Locker und gelöst gaben sich die vier Ausnahmemusiker, von ihren Fans bejubelt und mit Standing Ovations gefeiert, bei ihrem Abschiedskonzert. Fulminant spielten sie ihre Trümpfe – präzisen mehrstimmigen Gesang in bester Westcoast-Tradition und virtuose Instrumentierung stilistisch abwechslungsreicher Songs auf einer Vielzahl akustischer Instrumente – aus. Bestechend klarer Satzgesang, exquisites Songmaterial aus größtenteils eigener Feder und spieltechnische Brillanz auf allen Instrumenten, die zum Einsatz kamen, zeichnete das Spiel der Folklegenden aus. Stilistisch brachten die vier Könner mühelos Country, Folkrock, Traditionals und Balladen unter einen Hut.

Mit seiner „klassischen“ Folkstimme gab Iain Matthews (Nummer 1-Hit mit „Woodstock“) vielen Titeln ein unverwechselbares Gepräge. Andy Roberts – u. a. Tour-Gitarrist von Pink Floyd bei „The Wall“ – begeisterte als Sänger und begnadeter Multiinstrumentalist. Seinen herben Charme ließ Julian Dawson, hierzulande einer der beliebtesten britischen Songwriter und Meister des Bluesharp-Spiels, spielen. Mark Griffiths unterlegte die Songs – angefangen bei „Prayer“ und „Pilgrims“ bis hin zu „Reality“, „Old Man“ oder „London“ – mit einem satten, tragenden Bassfundament."